Wie sie Ihre Regenerationsfähigkeit steigern.

Stress, Leistungsdruck und die Gewissheit, in Regeln und Mauern eingesperrt zu sein, sind die tragenden Säulen eines Lebensstils, die mit kontinuierlicher Hartnäckigkeit die Psyche und damit auch den Körper ruinieren. Fast unbemerkt verlieren die Menschen die Fähigkeit, sich zu regenerieren. Seltsame Angewohnheiten etablieren sich als verzweifelter Versuch, sich irgendwie zu erholen.

Hier zeigt sich der Irrsinn!

Um die Hoffnung auf Erholung zu befriedigen, werden tausende Euro ausgegeben. Der Erfolg ist oft nur von kurzer Dauer. Dabei gibt es das beste Wellness Center der Welt absolut kostenlos!!

Es wirkt langfristig, ist wissenschaftlich untermauert und kostet keinen Cent. Sie brauchen nur hinzugehen. Sie setzen sich ins Auto, in die Bahn oder schwingen sich auf Ihr Rad. Dieses Wellness Center ist hochwirksam und 24 Stunden am Tag geöffnet.

Es ist unser Wald!

Sobald Sie ihn betreten, erleben Sie Wellness pur. Hier arbeiten die besten Therapeuten der Welt – die Bäume, die Kräuter, die Blumen und wundervolle Sänger. Sobald Sie inne halten und dem Blätterrauschen zuhören, haben Internet und Handy keine Chance.

Die Liste der gesundheitsfördernden Effekte ist so lang, dass daraus ein eigenständiger Begriff entstand: Der Biophilia Effekt.

Schon nach wenigen Minuten beginnt die Therapie. Sie brauchen weder ein Rezept noch eine Überweisung.

 

 

 

 

Vor ein paar Tagen traf ich Clemens, einen sehr guten Freund. Er ist Abteilungsleiter im Maschinenbau. Er liebt es, die Probleme anzupacken. Sein Leben lang war er Hansdampf in allen Gassen. Über die vielen Jahre unserer Freundschaft bewunderte ich seinen Elan.

Nun erzählte er mir von seinen gesundheitlichen Problemen. Sein Dauerstress hatte Spuren hinterlassen. Dazu kamen ständig technische Neuerungen, für die er nur langsam Verständnis entwickelte. Auch erzählte er mir von seiner Angst, von den jüngeren Kollegen überrollt zu werden.

„Manchmal weiß ich überhaupt nicht, wovon die da reden“, klagte er mir neulich sein Leid. Seine Angst, nicht mehr mithalten zu können, steigerte seinen Stress enorm.

Seine Angst war echt!

Seit einigen Wochen spürte er auch körperliche Auswirkungen seiner Dauerbelastung. Sodbrennen und Kopfschmerzen waren ständige Begleiter. Er konnte sich auch nicht mehr erinnern, wann er das letzte Mal gut geschlafen hatte. Doch zum Arzt wollte er partout nicht gehen.

„Schon wenn ich an das Wartezimmer denke, wird mir schlecht.“

Ich konnte ihn sehr gut verstehen. Da ich hochsensibel bin, empfinde auch ich die Atmosphäre der meisten Wartezimmer demoralisierend. Oft atmet man dort schlechte Luft und die ernsten Gesichter in sich gekehrter Menschen signalisieren: Sprich mich nicht an!

Betrete ich dann das Behandlungszimmer, ist von Entspannung und Trost keine Spur. Der Arzt oder der Therapeut kann sich noch so viel Mühe geben, das Flair medizinischer Behandlungsräume ist kaum geeignet, den Körper auf Heilung umzuschalten. Auch ich will dann nur noch eines: so schnell wie möglich raus.

 

Ich konnte ihn überreden!

Im Verlaufe unseres Gespräches konnte ich Clemens überreden, einen Gesundheitscheck machen zu lassen. Vom Jammern wird es nun mal nicht besser. Glücklicherweise konnte ich meinem Freund einen Arzt empfehlen, der die Möglichkeiten der Naturheilkunde favorisiert, wenn es sich anbietet.

Als wichtigste Maßnahme empfahl der Arzt ihm regelmäßige Spaziergänge im Wald. Von ihm stammt übrigens die Metapher vom besten Wellness Center der Welt. Er schilderte die Vorzüge in schillerndsten Farben:

„Hier in meiner Arztpraxis können wir Pläne schmieden und darüber sprechen, was Ihnen gut tut. Doch nichts ersetzt Ihre Aktivität.

Sobald Sie das Wellness Center Wald betreten, breitet sich ein riesiges Buffet heilender Kräfte aus. Wissenschaftlich nachgewiesen ist zum Beispiel die Erhöhung der Lungenkapazität. Um das zu verstehen, muss man kein Arzt sein. Überlegen Sie bitte, an welchem Ort Sie mit Lust tief einatmen. Die Bewegung unterstützt den Prozess.

Der Spaziergang im städtischen Park ist damit nicht zu vergleichen. Auch über den Erholungseffekt einer Shoppingtour zu diskutieren, wäre in diesem Zusammenhang fragwürdig. Nichts kann den Wald ersetzen.

 

Die Luft im Wald ist gesättigt mit Sauerstoff und ätherischen Duftstoffen und enthält nur maximal 10 % Staubkonzentration. Auch ohne Messgeräte spüren Sie den Unterschied.

Eine Stunde „Behandlung“ Wellness Center lässt den Blutdruck signifikant sinken.

Betrachten wir die Entwicklungsgeschichte des Menschen, dann wundert es nicht, dass wir für die natürlichen Reize so empfänglich sind. Der Wald bildete über Jahrtausende den Lebensraum unserer Vorfahren. Obwohl wir uns dessen nicht bewusst werden, kommunizieren die Pflanzen mit ihrem Umfeld. Sie tun dies über bestimmte Duftstoffe – sogenannte Terpene.

Und Sie werden es kaum glauben, selbst unser Immunsystem reagiert darauf. Es ist kaum möglich, alle Wirkungen aufzulisten. Deshalb empfehle ich Ihnen dieses Buch.

Hier finden Sie auch Ansatzpunkte, wie Sie den wohltuenden Effekt verstärken. Damit verringern Sie die Gefahr von Burnout und Depression. Sie wollen doch auch noch ein paar Jahre mitmischen, oder?

Eigentlich hielt Clemens überhaupt nichts davon, stundenlang durch den Wald „zu latschen“. Seine Welt waren das Fußballstadion und die Muckibude. Zum Glück stand er damals gewaltig unter irrsinnigem Druck. Er war verzweifelt und hatte echte Angst vor der Zukunft. Sein Leid war inzwischen so groß, dass er bereit war, etwas zu verändern.

Mit freundschaftlichem Nachdruck hatte ich Clemens das Versprechen abgerungen, mir nach ein paar Wochen Bericht zu erstatten. Ich blieb hartnäckig und fragte ca. 6 Wochen nach.

Wir hatten uns in unser Lieblingscafe zurückgezogen. Clemens feixte verlegen und erzählte von seinen Erlebnissen:

„Die Idee, den Wald als Wellness Center zu betrachten, war einfach genial. Ich sank tief in die Ruhe! Vergange Woche zum Beispiel blieb ich an einem Bach sitzen und sah nur dem Wasser zu.“

 

Mit einem Mal passierte etwas Verrücktes!

„Plötzlich erinnerte ich mich daran, wie ich als kleiner Junge auf dem Grundstück meiner Oma spielte“, erzählte er verträumt.

„Direkt am Haus floss ein kleiner Bach. Ich war total in der Erinnerung und fühlte mich glücklich.“

Während er erzählte, veränderte sich seine Gesichtsfarbe und sein Redefluss schwoll an. Seine Augen leuchteten, als er vom Duft des alten Bauernhofes schwärmte. Vor mir saß ein kleiner Junge, der begeistert von seinen Abenteuern erzählte.

Ihm fielen seine zerrissenen Hosen und die blauen Flecken ein. Als er davon sprach, wie seine Oma ihn nach einem heftigen Sturz tröstete, wurde sein Gesicht weich.

Ich konnte seine warme Ausstrahlung spüren. Die Faszination seiner Erzählung zog mich mit in die Vergangenheit. Ich roch den Kakao, den die Oma als Schmerzmittel auf den Tisch stellte.

Als ich dann endlich wieder zu Wort kam, fragte ich ihn nach seinem Schlaf. Erstaunt schaute er mich an und zuckte mit den Schultern. „Wieso, weshalb fragst du?“

Inzwischen hat sich Clemens zu einem Waldgeist entwickelt. Er kennt die schönsten Flecken. Sein Wissen über die Heilwirkung verschiedenster Pflanzen versetzt mich immer wieder in Erstaunen. In seiner Firma hat er sich längst seine alte Autorität zurückgeholt. Seine jüngeren Kollegen achten ihn wegen seiner Ausgeglichenheit und bitten ihn oft um Rat.

Möchten Sie auch mehr über das wirksamste Wellness Center der Welt wissen?

Dann empfehle ich Ihnen dieses Buch.

Wenn Sie hier im Blog von Ihren eigenen Erfahrungen erzählen, helfen Sie möglicherweise einem Menschen, das Burnout zu vermeiden.

Herzlichst

Ihr Bernd Neuper

 

Fotos: Bernd Neuper