Können Sie Ihre Glaubenssätze wirklich verändern?

 

Dass unser Schicksal von unserem Denken gelenkt wird, haben Sie bestimmt schon irgendwo einmal gehört oder gelesen. Seltsam ist nur, wie viele Menschen an dem Versuch scheitern, ihre Glaubenssätze zu verändern. Bestimmt kennen Sie auch einige Menschen oder gehören selber dazu.

 

Angesichts der vielen vergeblichen Versuche sei doch die Frage erlaubt, ob das alles stimmt, was so viele Motivationsgurus in ihren Büchern schreiben. Immer wieder wird behauptet, die Sichtweise auf die Welt soll daran schuld sein, wenn es einem nicht gut geht.

 

Ein Beispielglaubenssatz könnte lauten: „Ich bin nicht gut genug.“

 

Immer wieder versuchen verunsicherte Menschen, ihre Glaubenssätze zu verändern. Die Meisten scheitern. Es soll eben nicht sein. Im Ergebnis ist das angeschlagene Selbstwertgefühl noch weiter im moralischen Sumpf versunken. Damit wurde wieder der Beweis erbracht, dass das Selbstwertgefühl Schicksal ist, und man kann daran nichts ändern.

 

Dann kommt noch eine Reihe von „vernünftigen“ Argumenten, die rechtfertigen, warum wir scheitern mussten. Damit bewahren wir den Schein vor uns selbst.

Die schlechte Kindheit, die gesellschaftlichen Verhältnisse oder irgendeine Krise sind wundervolle Argumente, den aktuellen Zustand sachlich zu begründen. Damit sind Andere schuld und der Handlungszwang ist aufgelöst. So oft dieses Schema auch abläuft, es bleibt Selbstbetrug.

 

Die Wahrheit sitzt viel tiefer.

 

Es dominiert das natürliche Bedürfnis Schmerz zu vermeiden. Ist der Schmerz noch zu ertragen, leiden wir lieber, als etwas zu verändern. Sich einzugestehen, bisher den falschen Weg gegangen zu sein, schmerzt mitunter mehr, als das tägliche Leid.

Allein schon das Gefühl, unglücklich zu sein, zehrt den Menschen aus. Sich dann auch noch die Eigenverantwortung einzugestehen, überschreitet die Grenze zum Erträglichen. Denn wer sich seine Verantwortung eingesteht, muss handeln, sonst nennt er sich indirekt selbst einen Lügner. Damit werden die Glaubenssätze nicht ernsthaft hinterfragt, geschweige denn, verändert.

 

Trotz großem Leid ist die eingeschliffene Grundhaltung zur Ursache des persönlichen Dilemmas recht bequem. Die rational begründete Rechtfertigung ist der Schutzschild vor einer übermächtigen Angst, der Angst vor dem Unbekannten. Die Vorstellung, man könnte echt und ohne schlechtes Gewissen glücklich sein, kann so mancher nicht verkraften. Damit würde sich sein gesamtes Weltbild verändern. Alle bisherigen Werte wären dann nutzlos oder zumindest nur noch eingeschränkt gültig.

Sich einer solchen Vorstellung zu überlassen, ist gleichbedeutend mit einer Situation, in der Sie  ohne den geringsten Schutz eine fremde Welt betreten. In diesem Fall duellieren sich das Bedürfnis nach Sicherheit mit Ihrer Neugier. Sie müssen sich entscheiden. Entweder Sie folgen Ihrem Entdeckerdrang oder Sie geben Ihrem Bedürfnis nach Sicherheit nach. Beides geht nicht. An diesem Punkt gibt es wirklich nur schwarz oder weiß.

 

Die Entscheidungsphase entwickelt sich oft zum Kampf der Giganten.

Viele Ratgeber lesen sich wie ein Reisekatalog. Die schönen Bilder aus einem fremden Land faszinieren Sie und Ihr Herz schlägt höher, aber Sie trauen sich nicht in den Flieger zu steigen. Sie besuchen Diashows und Sie lassen sich von Abenteurern die Schönheit fremder Kulturen beschreiben. Danach gehen Sie nach Hause und betäuben Ihre Traurigkeit mit dem Fernsehprogramm. Niedergeschlagen gehen Sie dann ins Bett und stehen mit dem gleichen Gefühl auch wieder auf.

 

Eines Tages ist es soweit und Sie entschließen sich, etwas zu verändern. Entweder besuchen Sie ein Seminar oder kaufen sich ein Buch. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie dem Seminarleiter oder dem Buchautor zustimmen. Nun folgen Sie einem gut gemeinten Rat und brabbeln einige Affirmationen runter.

 

Wie fühlen Sie sich dabei?

 

Fühlt sich die Affirmation echt und kraftvoll an? Kommen die Worte aus Ihrem tiefsten Herzen?

Ja – dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

 

Zieht es jedoch unangenehm im Bauch? Dann ist das ein klares Nein, das aus Ihrem Inneren aufsteigt. In diesem Fall werden Sie nichts erreichen.

 

Entweder Sie lehnen intuitiv die Affirmation aus irgendeinem Grund total ab oder der Schritt in eine andere Welt ist zu groß für Ihren aktuellen Zustand.

 

Es kann auch sein, dass Sie sich während des Sprechens absolut gut fühlen. Alles ist in Ordnung, bis Sie in der Praxis unmittelbar Ihrer alten Angst begegnen. Sofort verliert sich die Wirkung der Worte.

In diesen Fällen war nur Ihr rationaler Verstand bereit, etwas zu verändern. Die alte Angst hat jedoch nichts von ihrer Präsenz verloren.

Bitte halten Sie sich immer vor Augen, wenn Verstand und Gefühl im Clinch liegen, gewinnt immer das Gefühl. Egal, was Sie tun, wenn Sie sich nicht ehrlich gut dabei fühlen, dann lassen Sie es lieber sein. Selbst wenn Sie dem Verstand folgen, fühlen Sie sich beschissen. Ihr Gefühl lässt sich nicht belügen.

 

Doch wie kommen Sie nun aus diesem Dilemma heraus? Es gibt so viele authentische Berichte über den Sinn dieser Technik. Immer wieder wird berichtet, wie schön das Leben wird, sind die alten Glaubenssätze durch neue ersetzt.

 

Sinnvoll ist es immer, die Möglichkeiten des Einzelnen schrittweise auszuloten. Viele Nuancen müssen für den Erfolg berücksichtigt werden.

 

Praktisch erprobte Wege stelle ich Ihnen in den nächsten Blogbeiträgen vor. Besuchen Sie mich bald wieder und Sie finden Inspirationen zur freudvollen Lebensgestaltung.

 

Dass es möglich ist, beweisen das Leben und die Menschen immer wieder.

 

Das Leben ist zu schön, um (es) aufzugeben.

 

Herzlichst,

 

Ihr Bernd Neuper

 

Quelle Fotos: Bernd Neuper, Fotolia MaleWitch