So beseitigt man den Müll aus seinem Kopf

 

In vielen meiner Texte und Videos empfehle ich die Bewegung in freier Natur. Wer sich in freier Natur bewegt, bekommt innerhalb kürzester Zeit seinen Kopf frei. Es fällt wesentlich leichter, eine aktuelle seelische Beklemmung abzulegen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um berufliche oder private Probleme handelt. Selbst der Ausstieg aus einer Sucht, wie z.B. Alkohol, fällt wesentlich leichter, nutzt man zusätzlich die Heilkraft der Natur. Diese Empfehlung gilt für alle Menschen, die regelmäßig unter einer höheren Stressbelastung leiden.

Diese Form des Stressabbaus ist sogar eine anerkannte Therapieform. Vielleicht haben Sie schon einmal vom Waldbaden gehört.

Wenn nicht, empfehle ich dieses Buch:

Der Biophilia-Effekt: Heilung aus dem Wald

Auch ich nutze diese Möglichkeit gern, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt. Dann genieße ich es, mir den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Bewusst bleibe ich an Bäumen stehen, berühre sie und erspüre ihre Aura. So nach und nach lasse ich den Abstand zwischen Händen und Baum größer werden. Es ist unglaublich, wie lange die Aura des Baumes noch zu spüren ist.

 

All die Dinge, die bis vor Kurzem noch so wichtig waren,

verlieren ihre Bedeutung.

 

Tiefe Ruhe stellt sich ein. Spätestens ab diesem Moment nehme ich die Atmosphäre in allen Nuancen auf. Dann wird es still im Kopf. Nichts ist mehr wichtig. Manchmal merke ich erst in diesem Augenblick, wie dringend ich eine Pause brauche. Nach und nach wird mein Kopf wieder frei und mein Atem weitet sich.

Ich lege tatsächlich Lasten ab.

Dieser Moment wird zur Meditation

Sie werden ruhiger, Sie erfassen die Bedeutung der Natur und so manche Aufregung relativiert sich.

 

Und dann das!

 

Bei diesem Anblick ist es dann mit meiner Ruhe vorbei, denn es tut mir richtig weh.

Ich stehe dazu, in solchen Momenten abwechselnd traurig und wütend zu werden. Gerade nach einem derartig intensiven Kontakt mit der Schönheit der Natur trifft mich dieser Anblick wie ein Schlag ins Gesicht.

In meinen Augen ist das ein Ausdruck von Ignoranz, Gleichgültigkeit und abartigem Verhalten. Damit wird unsere Lebensgrundlage mit Füßen getreten.

 

Was die Müllberge tatsächlich bedeuten.

 

Als ich diesen Müllberg sah, stieg in mir spontan der Gedanke auf, dass dieses Bild auch symbolhaft für den Müll steht, der sich im Kopf vieler Menschen fest gesetzt hat.  Der Müll auf den Straßen, in den Parks und Wäldern und in den Gewässern unserer Erde spiegelt den Müll in den Köpfen vieler Menschen wieder.

An dieser Stelle sei ausdrücklich betont, dass es zum Glück immer mehr Menschen gibt, die sich für dieses Thema sensibilisieren und tatsächlich und gewaltlos aktiv sind.

Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass wir uns auch mit dem Müll in unserem Kopf auseinander setzen. Nur dann ergibt sich eine echte Chance, den Müll im Außen zu beseitigen.  Den Müll in die Wälder zu werfen, bedeutet für mich fehlende Wertschätzung gegenüber der Natur. Dann frage ich mich, wie steht es denn mit der Wertschätzung anderen Menschen gegenüber?

Lassen wir doch die typischen Streitthemen wie Chef, Politik und Medizin beiseite. Bleiben wir bei diesem Thema im vertrauten Umfeld.

Gehen wir immer wertschätzend mit unseren Nächsten um?

Wie oft entschlüpft uns eine grobe oder abfällige Bemerkung?

Wie oft bewerfen wir andere Menschen mit verbalem Müll?

Bitte bedenken Sie, wir brauchen nicht nur die Natur als Lebensgrundlage. Auch unser soziales Umfeld gehört dazu.

 

Schauen wir uns doch einen weiteren Punkt an.

 

Wenn es um den Verpackungsmüll geht, sind sich die Menschen schnell einig. Trotzdem kaufen die Menschen oft völlig unnütze Verpackung weiter und der Berg wird immer größer.

Und  was ist mit dem Müll, mit dem wir freiwillig Tag für Tag unseren Kopf belasten?

Und damit meine ich nicht nur die Medien in ihren verschiedensten Ausprägungen. Hier meine ich vor allem den geistigen Müll, den wir selber produzieren.

 

Unsere leidenschaftliche Diskussion

 

Wir leben in einer Zeit leidenschaftlicher Diskussion. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, solange lebensfördernde Impulse entstehen. Doch wie oft lassen wir uns verleiten, selbst mit geistigem Müll um uns zu werfen?

Gewohnheitsmäßig steigt der Blutdruck, wenn jemand anderer Meinung ist. Sobald der Gegenüber Luft holt, wird sofort mit Gegenargumenten (manchmal auch Beschimpfungen) geschossen.

Veränderung klappt allerdings nur mit der konsequenten Veränderung des eigenen Kommunikationsverhaltens.

 

Und das kostet viel Mühe.

 

Man muss vom selbst gezimmerten Thron steigen, sich im Zuhören üben und mitunter zugeben, dass der Andere auch über solide Argumente verfügt. Sich aus der Trägheit des gewohnten Kommunikationsstiles zu lösen, kann somit in Arbeit ausarten.

Da ist es viel bequemer, wie gewohnt zu schimpfen und den Gegner nieder zu walzen.

So ähnlich ist es auch mit der Müllvermeidung im Alltag.

Obwohl auch die Möglichkeit besteht, in Geschäften zu kaufen, in denen bewusst Müll vermieden wird, gehen wir weiterhin den bequemen Weg in den Supermarkt.

Statt sich darum zu bemühen, geistigen Müll zu vermeiden, lassen sich viele Menschen in den trägen Sog des Konsums und deprimierende Gedanken hineinziehen.

 

Und die Folgen?

 

Die Welt erstickt weiterhin im Müll, weil zu viele Menschen nur mit den Fingern auf andere zeigen, statt in den Spiegel zu schauen. Die Natur als Basis unseres Lebens verliert ihre Kraft.

Auch die geistigen Müllberge werden immer größer und viel zu wenige Menschen wagen es, sich diesem Spiel zu widersetzen.

 

Was hat das mit Stressmanagement zu tun?

 

Weil echte Stressbewältigung mit dem Blick in den Spiegel beginnt. Erst wer seinen Eigenanteil an einer unangenehmen Situation erkennt, sieht auch den Weg aus dem Dilemma.

 

Zum Schluss noch etwas Erfreuliches!

 

Es ist tatsächlich so, dass immer mehr Menschen aus diesem unsäglichen Spiel aussteigen. Das heißt nicht, zum Aussteiger zu werden. Ganz im Gegenteil. Wer den Blick in den Spiegel wagt, erkennt, welche unglaubliche Möglichkeiten in einem stecken.

Das beginnt tatsächlich beim Einkaufen und endet in der Bereitschaft, einem Meinungsgegner zuzuhören und einen gemeinsamen Kompromiss zu finden.

Sollten Sie nicht wissen, wie und womit Sie anfangen sollen, dann rufen Sie mich an. Und jede Wette, wir finden auch für Sie den passenden Ansatzpunkt, geistigen Umweltschutz zu betreiben.

Denken Sie immer daran, unser Vertrag mit dem Leben ist befristet.

 

Herzlichst , Ihr Bernd Neuper