Kennen Sie das?

Müde legen Sie sich ins Bett. Die schweren Augenlider schließen sich und so nach und nach sinken Sie in den friedlichen Schlummer. Gerne überlassen Sie sich der wohltuenden Schwere, die Sie ins Land der Träume zieht.

Sirrrrrrrrr!!!! – Eine Mücke schwirrt an Ihrem Ohr vorbei. Wieder und wieder zerrt das penetrante Geräusch an Ihren Nerven. Dann fassen Sie den Entschluss zum Killer zu werden, werfen die Bettdecke beiseite, knipsen das Licht an und spähen voller Wut und Mordlust nach der Mücke.

Leider verstecken sich die Biester zu gut und nur in den seltensten Fällen gewinnt man die erste Schlacht. So manche Nacht fällt dieser Prozedur zum Opfer. Selbst dem friedlichsten Menschen platzt dabei irgendwann der Kragen. Es folgt der Blick auf die Uhr und bei dem Gedanken an das bevorstehende Schlafdefizit steigt Verärgerung und bald auch Wut auf. Gewinnt dann doch irgendwann der Schlaf die Oberhand, juckt es am nächsten Morgen fürchterlich.

Zieht sich der Kampf über mehrere Nächte hin, reicht schon eine Kleinigkeit, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

 

Ärgernisse und Wut gehören zum Leben

So oder so ähnlich läuft das normale Leben ab. Ab und an einen Mückenstich kann man verkraften. Selbst wenn es mal etwas heftiger wird, bezwingen die Menschen die Hürden des Lebens.

Doch was ist, wenn man wieder und wieder verärgert wird? Früher oder später erreicht man den Punkt, ab dem der Erregungslevel nicht mehr sinken will. Man steht dauerhaft unter Dampf. Dann reicht schon eine Bagatelle, und die Explosion lässt sich nicht mehr aufhalten.

Es sein denn…

Es sei denn, Sie trainieren beizeiten, aufsteigende Wut zu neutralisieren oder zumindest so weit zu senken, dass die Wut nicht Handlungen auslöst, die Sie hinterher bedauern.

Bevor ich in das Thema noch etwas weiter einsteige, biete ich Ihnen hier einen kleinen Videoclip.

Darin zeige ich Ihnen eine der vielen sofort wirksamen Mittel, akute Wut abzufedern.

 

 

Weshalb entsteht eigentlich Wut?

Stark vereinfacht, lassen sich 4 Gründe nennen.

  • Wir fühlen uns persönlich angegriffen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es tatsächlich einen solchen Angriff gegeben hat.
  • Wir fordern vom Leben, alles müsse so ein, wie wir es für gut und richtig halten.
  • Wir verspüren Wut über uns selbst, weil wir schon wieder die Beherrschung verloren haben. Schauen wir doch durch die geputzte Brille, so haben wir nur unser wahres Gesicht gezeigt. Denn hinter Wut steckt oft viel unverarbeiteter Schmerz.
  • Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Doch lässt sich austeigende Wut dämpfen, wenn man übt, diese sinnvoll abzulassen.

Es ist wie bei einem Schnellkochtopf. Erst wenn man den Druck rauslässt, kann man den Deckel gefahrlos abnehmen.

Betonen möchte ich an dieser Stelle den Ausdruck „sinnvoll ablassen“. Denn wer versucht die Wut still in sich hineinzufressen, trinkt mentale Salzsäure. Das nimmt nie ein gutes Ende.

Aus diesem Grund räume ich in meinen Coachings dem sinnvollen Abbau von akutem Stress viel Platz ein. Denn wem dies gelingt, der wird zum Gewinner!

Sie gewinnen Zeit.

Nämlich die Zeit, die man braucht, um einen befriedigenden Lösungsansatz zu finden.

Zeit, in der man sich selber reflektiert.

Zeit, in der man anerkennt, was ist.

Zeit, die zur Verfügung steht, um nicht nur andere, sondern auch sich selbst vor Schaden zu bewahren.

Zeit, um zu erkennen, worum es wirklich geht.

 

Das Leben ist zu schön, um (es) aufzugeben.

 

Herzlichst

 

Ihr Bernd Neuper

 

Foto:

Bernd Neuper

Fotolia, Julien Tromeur