Wie Sie mit stillen Momenten Ihre Lebensfreude steigern.

In diesem Blogartikel geht es um Lebensfreude und wie man sie findet. Fakt ist, die meisten Menschen sehnen sich danach. Fakt ist auch, die Wenigsten nehmen sich die notwendige Zeit, den passenden Ansatzpunkt zu finden. Oft muss es ein einschneidendes Erlebnis sein, dass die Menschen zwingt, ihren Lebensstil und Prioritäten zu hinterfragen.

Der Tod zwang mich zum Nachdenken.

Auch mir bleiben solche Momente nicht erspart. Das ist auch gut so, denn es hilft mir, „auf dem Teppich zu bleiben“.

Der Auslöser ereignete sich von 2 Stunden. Ich erfuhr vom Tod einer Kundin. Ihr Tod kam so überraschend, dass ich die Tränen nicht unterdrücken konnte und eigentlich auch nicht wollte.

Ich lernte sie vor ca. 4 Jahren kennen. Sie war  10 Jahre jünger als ich. Wegen ihrer stillen freundlichen Art  war sie bei all ihren Kollegen beliebt. Sie erweckte immer den Eindruck, kerngesund zu sein. Sie strotzte vor Lebensfreude und nahm aktiv am Leben teil. Nichts deutete auf eine Krankheit hin.

Man hat sie ohnmächtig gefunden und sofort ins Krankenhaus gebracht. Sie soll auch für kurze Zeit wieder das Bewusstsein erlangt haben. Drei Tage später war sie tot.

Ich brauchte Stunden, um mich wieder zu beruhigen. Obwohl ich gern und viel arbeite, war mir die Lust am Arbeiten schlagartig vergangen. In meinem Kopf zogen all die Ereignisse vorbei, die mich in den letzten Tagen und Wochen beschäftigten und mir teilweise meine Lebensfreude beeinträchtigten. Ein Streit unter Kollegen, ein tolles Arbeitsergebnis mit einem Freund, Familiensorgen, Urlaubspläne, Müdigkeit und das Bedürfnis nach tiefer Ruhe. Alles das gehört zum normalen Leben dazu.

Wenn Lebensfreude aus der Stille entsteht.

Der Tod meiner Kundin ließ mich in die Stille sinken. Es war einer der Augenblicke, in denen man freiwillig vieles aus einem veränderten Blickwinkel betrachtet. Was mache ich den ganzen Tag? Entspricht das, was ich tue, noch meinen ursprünglichen Zielen und Träumen?

Normalerweise holt uns der Alltag schnell wieder ein. Das ist normal, denn das Leben geht weiter. Doch muss das gleichzeitig heißen, dass wir sofort wieder die Endlichkeit unseres Lebens vergessen?

Damit will ich auf keinen Fall in die depressive Schiene, ganz im Gegenteil. Der Gedanke, dass das Leben von heut auf morgen zu Ende sein kann, ist ein durchaus bejahender Aspekt.

Denn je knapper eine Ressource ist, je wertvoller wird sie.

Lassen Sie Lebensfreude zur Gewohnheit werden

Kann uns wirklich nur der Tod eines Menschen zum Nachdenken animieren?

Wie können wir uns regelmäßig vor Augen halten, was unsere Lebensfreude bestimmt?

Sich regelmäßig bewusst werden, wie wertvoll unser Leben ist, kann zu einer motivierenden Gewohnheit werden.

 

Dazu ein Vorschlag:

Stellen Sie sich immer wieder einmal vor den Spiegel und fragen Sie sich:

  • Wie lange werde ich noch leben?
  • Wie bin ich bisher mit dem geschenkten Leben umgegangen?
  • Was ist von meinen ursprünglichen Träumen übrig geblieben?

Je intensiver wir solche Augenblicke nutzen, umso nachhaltiger wirken sie.

Ob wir wollen oder nicht, der Alltag fordert seinen Tribut. Rechnungen müssen bezahlt werden, kranke Eltern wollen versorgt sein und die Kinder beanspruchen auch viel Aufmerksamkeit. Angesichts der vielen Aufgaben ist es mitunter schwer, sich seine Lebensfreude zu erhalten. Doch damit beginnt die hohe Schule bejahender Lebensgestaltung.

Der beste Ratgeber ist der Tod.

Die Buddhisten lehren, der beste Ratgeber ist der Tod. Schade finde ich es, dass nur so wenig Menschen auf ihn hören. Sie leben, als hätten sie noch 100 Jahre vor sich. Da wird gerafft, gestritten und zu oft werden die Gesundheit und das Leben vernachlässigt.

Wie lange wir noch leben werden?

Halten Sie sich bitte die Endlichkeit Ihres Lebens vor Augen. Dann fragen Sie sich, ist das Ereignis, über das wir uns gerade so aufregen, wirklich diese Priorität wert? Tun wir wirklich das, wonach wir uns sehnen? Und wonach sehnen wir uns überhaupt?

Damit will ich Sie keinesfalls motivieren, den Weg eines Aussteigers zu gehen. Nur ist es wichtig, regelmäßig zu reflektieren, inwieweit jeder Einzelne von uns Träume und echte Bedürfnisse der Alltagslast opfert.

Gerade über diesen Punkt werde ich in einem anderen Blogbeitrag gesondert schreiben.

Wer sich nicht so wichtig nimmt, lebt mit mehr Lebensfreude.

Wenn wir morgens die Augen öffnen, dann ist das mehr als nur erwachen. Obwohl meine Frau und ich nicht religiös sind, beginnen wir jeden Morgen mit einem Dankesgebet. In diesem besinnlichen Moment halten wir uns bewusst vor Augen, dass es uns besser geht, als Millionen anderen Menschen.

Dabei geht es nicht um positives Hurrageschrei oder künstlich aufgesetztes positives Denken. Wir werden uns nur dessen bewusst, dass es uns ungeachtet vieler Sorgen und Aufgaben verdammt gut geht.

Aus Augenblicken des Gewahrseins entwickeln sich die wichtigsten Kräfte zur Wahrung der Lebensfreude. Schrittweise erwerben wir die Fähigkeit, aktuelle Probleme mit Abstand und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es entsteht eine völlig neue Lösungsqualität. Genau das ist es, das uns die Lebensfreude erhält.

Hier ein genialer Buchtipp für Sie.

Zu diesem Thema empfehle ich Ihnen ein geniales Buch. Ich besitze es schon länger. Immer wieder greife ich danach, wenn ich das Gefühl hab, meine Lebensfreude verschwindet.

Oft reicht es aus, irgendeine Seite aufzuschlagen und einen Absatz zu lesen. Und innerhalb kürzester Zeit verändert sich der Blickwinkel auf die Welt und meine Probleme.

Ich empfehle Ihnen dieses Buch.

Zurück zum Ursprung dieses Blogbeitrages.

Es muss nicht immer erst ein einschneidendes Erlebnis sein, dass uns motiviert über unsere Lebensgestaltung zu reflektieren.

Wir können es zur Gewohnheit machen, regelmäßig unsere Bedürfnisse mit unserem täglichen Erleben zu vergleichen. Ich verspreche Ihnen, mit der Zeit wird es auch Ihnen ein Bedürfnis werden, regelmäßig Augenblicke des Gewahrseins auszuleben. Kontinuierliche Lebensfreude ist das Ergebnis.

Das Leben ist zu schön, um (es) aufzugeben.

 

Herzlichst,

Ihr Bernd Neuper

 

Quelle Fotos: Bernd Neuper, Fotolia: Monkey Business